Das Fort von Cindey

Ein historisches Werk der Festung St-Maurice

Warum eine Festung

St-Maurice ist das Nordportal der Alpentransversale auf der direkten europäischen Durchgangsstrasse zwischen der Franche-Compté und dem Piemont. Dies war auch der Grund, dass dieser Ort militärisch gesehen immer wieder für Festungsbauten interessant war.

Im Engnis bestand gegen Ende des 15. Jahrhunderts nur ein einfaches befestigtes Schloss. Später wurden die Festungen in die Höhe verlegt und waren immer tiefer gestaffelt, bis sie im 20. Jahrhundert vom Genfersee bis zum Grossen Sankt Bernhard und hinauf zum Simplon reichten. Schlussendlich bestanden mehrere hundert Forts und Bunker, mit einer starken durch Fels geschützten Artillerie. Mit Sargans im Osten, dem Sankt Gotthard im Zentrum und St-Maurice im Westen war letztere eine der drei grossen Landesbefestigungen der Schweiz.

Drei Generationen von Festungen im Engnis von St-Maurice

Das Schloss von St-Maurice wurde ab 1476 während der Burgunderkriege in Etappen  gebaut, und lag, nachdem die Oberwalliser St-Maurice erobert hatten, an der Grenze zu Savoyen und Bern.

1831 unter dem Eindruck des Risikos eines europäischen Konflikts bereitete sich die Schweiz darauf vor, die Verteidigung dieses Durchganges zu gewährleisten. Das Engnis wurde mit Festungen verstärkt und gemäss den Plänen des künftigen Generals G-H Dufour war vorgesehen, die Brücke über die Rhone zu halten.

Das Fort Cindey wurde während des 2. Weltkrieges zwischen 1941 und 1946 erbaut. In einem gewissen Sinne übernahm es die frühere Aufgabe des Schlosses von St-Maurice und der Dufour-Befestigung. Cindey war Teil eines zusammenhängenden Festungskomplexes, bestehend aus den grossen Forts von Dailly, Savatan und Scex, welche ab 1892 gebaut worden waren.

Einige Angaben über das Fort Cindey

Der Festungsplaner hatte folgende Absicht: Zusammen mit den Forts Savatan und Toveyre-Petit Mont auf dem rechten Rhoneufer und den Abschnittstruppen, sollte das Fort Cindey ein vordringen von Norden nach
St-Maurice verhindern und die Panzersperren, bestehend aus dem Rhone-Kanal und dem Bach "Le Courset", sowie die für die Strassen und Eisenbahnlinien vorbereitete Sperren, verteidigen.

Daten

- Bau von 1941 - 1946

- Weiterausrüstung von 1948 - 1952 (2 Kan 10,5 cm L 52 1939 / 46)

- Ausserbetriebsetzung 1995

Besatzung

1 Festungskompanie mit 173 Wehrmännern (8 Of, 28 Uof, 137 Sdt)

Festungswaffen

- 2 Kanonen 10,5 cm L 52 1939 / 46

- 4 Panzerabwehrkanonen 9 cm 1950 / 57

- 3 Festungsmaschinengewehre 1951 / 80

Mobile Waffen

4 Minenwerfer (Mörser) 8,1 cm 1933

Besonderes

Cindey ist mit dem 1 km südlich gelegenen Fort Scex durch eine natürliche Grotte,
der sogenannten "Grotte aux Fées", die durch einen künstlichen Tunnel erweitert wurde, verbunden.
Das Fort Scex liefert dem Fort Cindey den elektrischen Strom und die Übermittlungsmittel.

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Dernière révision 30.04.2014